Bauphysik
Dichtere Gebäudehülle, Taupunktverschiebung – wir helfen weiter
Eine gedämmte Wand ist innen wärmer und außen kälter als vorher. Der Taupunkt wandert, der Luftwechsel sinkt, und Stellen, die vorher unauffällig waren, werden zur kältesten Fläche im Raum. Ob daraus ein Schaden wird, entscheidet sich vor dem Baubeginn.
Wir rechnen die Bauteile durch, bevor sie gebaut werden: U-Werte, Wärmebrücken, Tauwasser und Trocknungsreserve. Am Ende steht ein Nachweis für die Förderstelle und ein Detail, nach dem sich bauen lässt.
Wärmeschutz
Der U-Wert beschreibt, wie viel Wärme ein Bauteil durchlässt. Gerechnet wird nach DIN EN ISO 6946, mit dem tatsächlichen Schichtaufbau und den Kennwerten der eingesetzten Produkte.
Fördermittel und gesetzliche Nachweise setzen bestimmte Werte voraus.
Feuchteschutz
Jeder Aufbau muss über das Jahr mehr Feuchte abgeben können, als in ihm anfällt. Der Nachweis nach DIN 4108-3 zeigt, ob das rechnerisch aufgeht.
Bei Innendämmung, Holzbauteilen und begrünten Dächern reicht dieses Verfahren oft nicht. Dann rechnen wir instationär nach DIN EN 15026.
Wo Schäden entstehen
- Innendämmung ohne Prüfung der Balkenköpfe in der Außenwand
- Auskragende Balkonplatten, die nach der Fassadendämmung die kälteste Stelle bilden
- Kellerdecken, die gedämmt werden, während die Wand ungedämmt bleibt
- Dampfbremsen, die von der Elektroinstallation durchstoßen werden
- Fensteranschlüsse, bei denen der Rahmen außerhalb der Dämmebene sitzt
Was die Rechnung vorher zeigt
Die kritischen Punkte lassen sich benennen, bevor gebaut wird. Für jeden gibt es einen Weg: ein anderes Detail, ein anderer Dämmstoff, eine zusätzliche Maßnahme oder der bewusste Verzicht auf einen Bauteilbereich.
Nachträglich ist derselbe Punkt ein Sanierungsfall.
Nachweise
Welche Rechnung wann verlangt wird
Nicht jedes Projekt braucht jeden Nachweis. Was gefordert ist, hängt am Förderweg, am Bauteil und daran, wie weit der Aufbau vom Regelfall abweicht.
U-Wert-Berechnung
Grundlage jeder energetischen Bewertung und Voraussetzung für Förderanträge und Energieausweise. Wir rechnen den Bestand und die geplanten Aufbauten, einschließlich Befestigungsmitteln und durchdringenden Bauteilen.
Ist der Bestand unbekannt, hilft eine Bauteilöffnung mehr als jede Annahme.
Wärmebrückennachweis
Drei Wege stehen offen: ein pauschaler Zuschlag, der Nachweis über Gleichwertigkeit nach DIN 4108 Beiblatt 2 oder die numerische Berechnung nach DIN EN ISO 10211.
Welcher Weg sich lohnt, ist eine Rechenfrage. Bei gut gedämmten Gebäuden kann der pauschale Zuschlag den Nachweis kippen.
Feuchteschutz stationär
Das Glaser-Verfahren nach DIN 4108-3 vergleicht die Tauwassermenge im Winter mit der Verdunstungsmenge im Sommer. Für viele Regelaufbauten genügt das.
Seine Grenze liegt dort, wo Schlagregen, Sorption oder Baufeuchte eine Rolle spielen.
Feuchteschutz instationär
Die hygrothermische Simulation nach DIN EN 15026 rechnet mit echten Klimadaten über mehrere Jahre und bildet Speicherung, Kapillartransport und Schlagregen ab.
Bei Innendämmung führt kaum ein Weg daran vorbei, weil das stationäre Verfahren dort zu günstig rechnet.
Leistungen
Was wir rechnen und zeichnen
Welche Bausteine nötig sind, klären wir vorab. Einzelne Nachweise beauftragen Sie ebenso wie das ganze Paket.
1 · U-Werte
Bestands- und Planaufbauten nach DIN EN ISO 6946, einschließlich Befestigung und inhomogener Schichten.
2 · Wärmebrücken
Gleichwertigkeitsnachweis oder zweidimensionale Berechnung mit Isothermenbild und Psi-Wert je Detail.
3 · Feuchteschutz
Tauwassernachweis nach DIN 4108-3, bei Bedarf hygrothermische Simulation nach DIN EN 15026.
4 · Luftdichtheit und Sommer
Konzept für die luftdichte Ebene, Begleitung der Blower-Door-Messung, Nachweis des sommerlichen Wärmeschutzes nach DIN 4108-2.
Typische Anlässe
- Innendämmung in einem Gebäude, das von außen nicht gedämmt werden darf
- Schimmel in Raumecken oder hinter Möbeln an Außenwänden
- Ein Förderantrag, für den Wärmebrücken nachzuweisen sind
- Aufsparrendämmung über einer vorhandenen Zwischensparrendämmung
- Denkmalschutz, der die Fassade festlegt und die Lösung nach innen verschiebt
Was wir dafür brauchen
Grundrisse und Schnitte, soweit vorhanden, Angaben zum Bestandsaufbau und Fotos der betroffenen Details. Fehlt die Bestandsdokumentation, klären wir den Aufbau vor Ort.
Für eine Simulation kommen Orientierung, Höhenlage und Angaben zur Nutzung dazu.
Ablauf
Wie wir vorgehen
Vier Schritte, vom ersten Telefonat bis zum fertigen Nachweis.
1 · Klärung
Anlass, Bauteil und geforderter Nachweis. Wir sagen Ihnen, welches Verfahren angemessen ist.
2 · Bestandsaufnahme
Unterlagen sichten, fehlende Angaben vor Ort ergänzen, bei Bedarf ein Bauteil öffnen.
3 · Berechnung
U-Werte, Psi-Werte, Tauwasser- oder Simulationsnachweis mit den geplanten Aufbauten.
4 · Ergebnis
Nachweis, Detailzeichnungen und eine Empfehlung, wo der Aufbau geändert werden sollte.
Dauer
Eine U-Wert-Berechnung liegt in wenigen Tagen vor. Wärmebrückenberechnungen richten sich nach der Zahl der Details. Eine hygrothermische Simulation braucht länger, weil mehrere Varianten gerechnet werden.
Wie das zusammenhängt
Die Ergebnisse fließen in den Sanierungsfahrplan, den Energieausweis und die Förderanträge ein.
Wer zusätzlich die Baubegleitung beauftragt, spart sich die doppelte Bestandsaufnahme.
Ergebnis
Was Sie am Ende in der Hand halten
Alle Berechnungen bekommen Sie als prüfbares Dokument, nicht als Zahl in einer E-Mail.
Unterlagen
- Berechnungsprotokolle mit Schichtaufbau und Kennwerten
- Isothermenbilder und Psi-Werte je Detail
- Tauwasser- oder Simulationsergebnis mit Bewertung
- Detailzeichnungen der kritischen Anschlüsse
- Kurzbericht mit Empfehlung
Wofür Sie das brauchen
Für Förderanträge und gesetzliche Nachweise, als Vorgabe für die ausführenden Firmen und als Grundlage der Ausschreibung.
Wird später über einen Bauschaden gestritten, ist die Berechnung außerdem ein Beleg.
Anfrage
Schicken Sie uns das Detail, um das es geht
Ein Schnitt oder ein Foto reicht für den Anfang. Wir sagen Ihnen, welcher Nachweis für Ihren Fall verlangt wird und ob das aufwendigere Verfahren nötig ist.
Geht es um einen Schaden, sehen wir uns das Gebäude an, bevor wir rechnen.
089 809 58 347 · Wenn es eilt: einfach anrufen
info@energie-spezialisten.de · Unterlagen direkt mitschicken
Für ein Angebot hilfreich
- Um welches Bauteil es geht
- Der geplante oder vorhandene Aufbau
- Der Anlass: Förderung, Nachweis, Schaden oder Planung
- Ob Grundrisse und Schnitte vorliegen
Häufige Fragen











